Weißer Tee Sorten

Der weiße Tee 

Weißer Tee Sorten

Weißer Tee unterteilt sich in die wichtigsten Sorten Silbernadel, Pai Mu Tan, Gong Mei, Shou Mei und Snow Bud, zudem gibt es weißer Teepulver und Weißteextrakt.

Teesorten

Alle sechs großen Teesorten werden von der gleichen Teepflanze, der Camellia sinensis – oder auch Thea sinensis genannt -, gewonnen. Als Tee im klassischen Sinne gelten nur die Erzeugnisse der Camellia Sinensis: Grüner Tee, weißer Tee, gelber Tee, Oolong-Tee, Pu-Erh-Tee und schwarzer Tee. Diese Sorten werden zwar von der gleichen Teepflanze, aber von unterschiedlichen Pflanzenvarietäten (Cultvars) und mit verschiedenen Anbau- und Verarbeitungstechniken erzeugt. Sie unterscheiden sich stark in Geschmack, Inhaltsstoffe und Wirkung.

Die sechs Teesorten

Die sechs Teesorten


Teesorten des weißen Tees

Der weiße Tee (chinesisch: 白茶, Pinyin: bái chá, englisch: White Tea) unterscheidet sich von den anderen fünf großen Teesorten vor allem durch die Verwendung spezieller Varietäten (insbesondere dem Teestrauch Fuding Da Bai) und dem Umstand, dass er am wenigsten verarbeitet wird und damit am naturbelassensten ist. Traditionell wird der weiße Tee im Frühjahr handgepflückt und nach der Ernte nur sonnengetrocknet und ggf. mit beheizten Gebläsen bei relativ niedriger Temperatur gewelkt und endgetrocknet. Der ganze Vorgang findet in der Regel in nur einem bis ggf. drei Tagen statt. Eine genaue Beschreibung des Prozesses findet sich in dem Beitrag Herstellung von weißem Tee.

Innerhalb der Gruppe der weißen Tees unterscheidet man in verschiedene Sorten. Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal der einzelnen weißen Sorten ist, welche Pflanzenteile für ihre Gewinnung ausgewählt wurden: Knospen, junge Blätter oder ältere Blätter. Zudem spielen eine Reihe weiterer Faktoren eine wichtige Rolle bei der Bestimmung und Qualität der Tees: Anbauregion, Teevarietät, Erntezeit und –art sowie Verarbeitungsmethode.

Grundsätzlich können vier große Sorten des weißen Tees unterschieden werden, die zugleich in der aufgeführten Reihenfolge eine wichtige Qualitäts- und Geschmackseinteilung bedeuten: 

1. Silbernadel Tee

Dt. Weißer fein behaarter Silbernadel-Tee
Engl.: Silver Needle Tea
Pinyin: Bái háo Yinzhēn
Chin.: 白毫銀針

Knospentee

Silbernadeltee 

Silbernadel Aufgussfarbe

Klar, jadegrün bis hellgelb

2. Pai Mu Tan Tee

Dt.: Weiße Pfingstrose (Päonie)
Engl.: White Peony Tea
Pinyin: Bái mǔdān
Chin.: 白牡丹

Knospen und junge Blätter

Pai-Mu-Tan-Tee 

Pai-Mu-Tan Aufgussfarbe

hellgelb bis goldgelb

3. Gong Mei Tee

Dt.: Tribut-Augenbrauen-Tee
Engl.: Tribute Eyebrow Tea
Pinyin: gòng méi
Chin.: 贡茶眉茶

Blättertee (ältere, gröbere Blätter)

Gong-Mei-Tee 

Gong-Mei Aufgussfarbe

sonnengelb

4. Shou Mei Tee

Dt.: Langes Leben Augenbrauen-Tee
Engl.: Long Life Eyebrow Tea; Noble
Pinyin: shòu méi
Chin.: 寿眉

Blättertee (ältere, gröbere Blätter)

Shou-Mei-Tee 

Shou-Mei Aufgussfarbe

goldgelb

Weitere wichtige weiße Tees, die außerhalb der oben aufgeführten Systematik aufzuführen sind, lauten: 

Snow Bud Tee (Xue Ya)

Dt.: Schneeknospen-Tee
Engl.: Snow Bud tea
Pinyin: xuě yá
Chin.: 雪芽

Gebirgs-Knospen- und Blättertee. Vermutlich der historische Vorläufer der modernen Silbernadeltees aus Fuding.

 Snow-bud-Tee

 Pai-Mu-Tan Aufgussfarbe

hellgelb bis sonnengelb

New Craft White Tea

Dt.: Neue Technologie weißer Tee
Engl.: New Craft White Tea
Pinyin: xīn gōngyì báichá:
Chin.: 新工艺白茶

Relativ junge Sorte, Knospen- und Blättertee, bei dem mit stärkeren Trocknungstemperaturen und -Maschinen gearbeitet wird.

 New-craft Weisser Tee

rauchiges hellgelb

Weißer Tee Pulver

Dt.: Weißtee-Pulver
Engl.: White Tea Powder
Pinyin: báichá fěn
Chin.: 白茶粉

Fein vermahlene weiße Tees der verschiedenen o.g. Sorten, in der Regel aus billigen, älteren Blättern.

 Weisser Tee Pulver

hellgelb in der Matcha-Schale

Weißtee Tropfen / Extrakt

Dt.: Weißer Tee Extrakt
Engl.: White Tea Extract
Pinyin: báichá tíqǔwù
Chin.: 白茶提取物

Extraktion von Flavonoiden aus weißem Tee, Flüssigkeit (Tropfen) oder Pulverform (Kapseln, Tabletten), in der Regel aus billigen, älteren Blättern gewonnen.

 Weisstee-Extrakt

Als Kapseln, Tabletten, Pulver, oder Tropfen.

Übrigens, der sogenannte „Anji Bai Cha White Tea“ aus der Region Anji in der Provinz Zhejiang ist kein weißer Tee, sondern ein bekannter grüner Tee. Gleiches gilt für den „Yue Guang Bai“ (Moonlight White Tea) aus der Region Simao in der Provinz Yunnan und für den „White Monkey“ (Baimao Hou) aus den Wuyi Bergen der Provinz Fujian. Auch der Song Yang Tee (Silver Monkey) aus der Region Songyang der Provinz Zhejiang wird häufig bei den weißen Tees eingeordnet, entspricht aber trotz der feinen Haare aufgrund seiner Herstellung meist eher einem grünen Tee.

Sorten des weißen Tees nach Herkunftsregionen

Bei der Einteilung des weißen Tees ist – wie bei allen anderen Teesorten auch – besonders auf die Herkunftsregion zu achten. Je nach Region besitzt er einen sehr unterschiedlichen Charakter und Qualität. Dabei gelten die folgenden Einschätzungen für alle weißen Teesorten in gleichem Maße.

Der Großteil der weißen Tees wird traditionell in China angebaut („China White“). Aus der südostchinesischen Provinz Fujian stammen seit jeher mit Abstand die besten Qualitäten („Fujian White“).

Die bekanntesten Regionen innerhalb der Provinz Fujian lauten Fuding (福鼎, fú dǐng), Zenghe (政和, zhèn ghé), Songxi (松溪, sōng xī) und Jiangyang (建阳, jiàn yáng). Fuding gilt dabei als die beste Region. Aus ihr stammen etwa 60% allen weißen Tees von Fujian. Innerhalb von Fuding gelten die Tees aus dem Taimu Gebirge als die edelste Wahl. Von genau hier sollen auch die ersten Silbernadeltees abstammen.

Andere chinesische Provinzen produzieren ebenfalls weißen Tee, mitunter in sehr bemerkenswerter Qualität, wie z.B. der besonders aromatische Silbernadeltee aus Yunnan. Es sind dies außerdem noch: Guangxi, Guangdong, Jiangxi, Hunan, Hubei und Guizhou.

Mittlerweile kommen aber auch teilweise ansehnliche Qualitäten aus Indien („Darjeeling White“ und mit Abstrichen auch „Assam White“), Taiwan, Nepal, Sri Lanka („Ceylon White“), Kenia („Kenia White“), Malawi, Thailand und Japan.

Qualität der Sorten von weißem Tee

Vor allem die folgenden Kriterien entscheiden über die Qualität bzw. Sorteneinteilung der weißen Tees:

  • Art der verwendeten Pflanzenteile (1. nur ungeöffnete Knospen für Silbernadeltee, oder 2. Knospen und junge Blätter für Pai Mu Tan Tee, oder 3. nur ältere Blätter für Gong Mei und Shou Mei),
  • Herkunftsregion (1. Provinz Fujian (insbesondere Region Fuding), 2. Provinz Yunnan, 3. andere chinesische Provinzen, 4. Darjeeling, 5. Taiwan, Afrika, Nepal),
  • Teefarm (Lage, Klima, Böden, Meereshöhe, Know-how, Qualitätsanspruch, etc.),
  • Verwendete Sorte (Cultivar) des Teebaums bzw. Teestrauchs (großer Teebaum: Da Bai (Fuding Da Hao, Fuding Da Bai) oder kleinerer Teestrauch: Xiao Bai),
  • Erntezeitpunkt und Wetter (im Frühjahr bei richtigem Wetter, morgens),
  • Alter der Teebäume / Teesträucher (alte, hohe Bäume versus junge Sträucher).
  • Handpflückung oder Maschinenpflückung,
  • Behutsamkeit bei der Ernte und Verarbeitung,
  • Sonnentrocknung oder Maschinentrocknung,
  • Trocknungstemperatur.

Weitere Details finden sich dazu im Beitrag Herstellung von weißem Tee.

Beste Sorte: Welchen weißen Tee trinken?

Trotz der klaren qualitativen Abstufung der oben genannten vier Hauptsorten sei erwähnt, dass eine Betrachtung aus rein geschmacklicher Sicht sich für viele Teeliebhaber etwas komplexer darstellt, als nur der Qualitätseinteilung zu folgen. Denn die etwas stärker oxidierten Sorten (von Pai Mu Tan über Gong Mei bis Shou Mei) gelten zwar als weniger edel, weniger fein und schmecken etwas bitterer mit ausgeprägterer Adstringenz als die Silbernadeltees. Sie bieten aber zugleich ein anderes interessantes und meist deutlich stärkeres Aroma. Diese Tees sind wegen der stärkeren Oxidation und der Verwendung von Blättern anstelle von nur Knospen im Geschmack voller.

Nachfolgend findet sich eine Tabelle zu den einzelnen Qualitätseinteilungen der einzelnen Sorten weißer Tees. Folgt man der Auflistung der Tees von oben nach unten, ergibt sich mit dem zugleich absteigenden Qualitätsgrad eine Veränderung des Geschmacks von sehr elegant und fein bis hinunter zu vollmundig, charakterstärker und kräftiger (aber auch bitterer, adstringenter und weniger fein und elegant). Dies gilt auch für die Tees innerhalb der Silbernadel-Kategorie. Die Bandbreite der weißen Tees bietet dem Teeliebhaber also eine willkommene geschmackliche Abwechslung und Vielfalt. In gesundheitlicher Sicht ist dies ähnlich einzuschätzen: Jede Sorte besitzt unterschiedliche Wirkungsschwerpunkte, aber innerhalb der Sorten sind die besten Qualitäten den unteren Gradierungen massiv überlegen.

Wie erkennt man Qualität innerhalb der Sorten?

Für alle weißen Tees existieren große Qualitätsunterschiede innerhalb der jeweiligen Sorten, die bereits vom Hersteller entsprechend in bestimmte Qualitäts-Unterkategorien eingeteilt werden (siehe Tabelle unten). Man erkennt beim weißen Tee den Grad der Qualität sehr viel leichter als bei anderen Sorten bereits durch die Betrachtung der Farbe und Beschaffenheit des Tees.

Beim Silbernadeltee ist darauf tendenziell zu achten, dass nur zarte, ungeöffnete und unbeschädigte Knospen des Da Bai oder Da Hao-Cultivars verwendet wurden. Sie sollen eine möglichst silbrig hellgrüne Farbe besitzen und mit einem Flaum zarter Silberhärchen überzogen sein. Bei Yunnan-Silbernadeln zeigen gute Qualitäten aber auch durchaus eine leicht gelbe Färbung.

Beim Pai Mu Tan (White Peony) ist ein möglichst hoher Anteil von Knospen von Vorteil. Außerdem sollten die enthaltenen Blätter nur jung und zart sowie eher grün und wenig braungefärbt sein.

Beim Gong Mei und Shou Mei ist wichtig, dass die in der Regel älteren Blätter weniger grob und von zarterem Charakter sind. Sie sollten auch möglichst eine helle Farbe besitzen und nicht zu stark oxidiert sein.

Qualitätsbezeichnungen innerhalb der weißen Teesorten

Die höchsten Gradierungen werden als „Imperial“ (und ggf. auch als „Superb“) bezeichnet und teilweise sogar durch den Begriff „King“ noch übertroffen, was Ihre Nähe zum kaiserlichen Hof ausdrückt. Hiernach folgen Premium oder Special Grades und schließlich 1. bis 2. Grade. Teilweise werden diese Bezeichnungen auch durch die Grade AA, A und B ergänzt. Die vorangestellte Bezeichnung „Spring“ drückt die erste Ernte im Frühjahr aus, die als besonders wertvoll gilt. Die nachfolgende Tabelle unternimmt den Versuch, die vielen Qualitätseinteilungen von weißem Tee übersichtlich darzustellen. 

Weißer Tee Sorteneinteilung und Qualitäten

Silbernadel-Tee

1

Nur ungeöffnete, zarte, silbrige, unversehrte Knospen, handgepflückt.

klar, jadegrün bis hellgelb

Fein, elegant, mild, leichte Süsse bis fruchtig.

China

 Silbernadeltee

Imperial Fuding Silbernadel

1A

Beste Lage und Knospen. Sonnen-getrocknet, Fuding Da Bai oder Da Hao Cultivar. Sehr geringe Oxidation.

Sehr klar, jadegrün

Extrem elegant und mild, zarte Süße und edle Säure.

Fuding, Fujian (ideal Mt. Taimu)

 Imperial Yunnan Silbernadeltee

Imperial Zheng He Silbernadel

1B

Meist sonnen-getrocknet. Häufig Fu’An Da Bai Cultivar, leicht stärker oxidiert als die Fuding Cultivare.

Relativ klar, hellgelb bis gelborange.

Wie 1A aber betont aromatischer, fruchtiger, blumiger.

Zenghe, Jianyang, Yunnan

 Premium Fuding Silbernadeltee

Premium Fuding Silbernadel

1C

Oft nur raumgetrocknet, etwas weniger gute Knospen-Selektion.

Dunkles Jadegrün bis kräftiges Gelb.

Sehr elegant und mild.

Fuding, Zenghe Jianyang (in Fujian)

Pai Mu Tan Tee
(White Peony)

2

Zarte Knospen und 2 junge Blätter. Niedrigere Qualitäten vorwiegend ältere Blätter. Von hand- bis maschinen-gepflückt.

hellgelb bis sonnengelb

Mischung aus Eleganz, Frische und Vollmundigkeit, bis hin zu kräftig.

Fuding und Zenghe, Fujian

 Spring-Pai-Mu-Tan-King

Pai Mu Tan King Grade

2A

Hoher Knospenanteil von bester Lage u. 2 junge Blätter.

schönes hellgelb

Sehr frisch, elegant, vollmundig.

 Pai-Mu-Tan-King-B

Pai Mu Tan Imperial Grade

2B

Etwas höherer Anteil an weniger zarten Blättern.  

hellgelb bis leicht sonnengelb

Etwas kräftiger, aber immer noch sehr frisch und gewisse Eleganz.

 Imperial-Pai-Mu-Tan

Pai Mu Tan First Grade

2C

Anteil gröberer Blätter überwiegt.

eher sonnengelb

Vollmundig u. kräftig, aber bereits etwas bitter und weniger ausgewogen.

 Spring-First-Grade-Pai-Mu-Tan

Pai Mu Tan Second Grade

2D

Hauptsächlich gröbere Blätter. 

fast sonnengelb

Vollmundig, kräftig und bitter.

 Gong-Mei

Gong Mei Tee
(Tribute Eyebrow)

3

 Nur ältere, grobe Blätter.

sonnengelb

 Sehr aromatisch, blumig, mit leichten Röstaromen, leicht bitter und adstringent. 

 Shou-Mei

Shou Mei Tee
(Long Life Eyebrow; Noble)

 

4

 Nur ältere, grobe Blätter.

goldgelb

 Sehr aromatisch, blumig, mit leichten Röstaromen, leicht bitter und adstringent. 

 Geschmack und Wirkung der Sorten

Je nach Sorte und Qualität verfügen die weißen Tees über einen sehr unterschiedlichen Geschmack und Wirkung. Allgemein gilt, je höher die Qualitätseinteilung einer Sorte (auch innerhalb), desto feiner, eleganter und edler ist der Geschmack. Zugleich ist auch die gesundheitliche Wirkung intensiver und harmonischer für den Körper. Dies ist in besonderem Maße bei den besten Silbernadel-Tees der Fall. Der Aufguss zeigt in der Tasse dann ein lichtes Jadegrün. Der Silbernadel-Tee besitzt nur einen sehr geringen Oxidationsgrad (<2%) und liegt bei den Fuding Cultivaren Da Hao und Da Bai und bei richtiger Verarbeitung am niedrigsten. Dadurch ergibt sich ein sehr eleganter, feiner, lichter Geschmack. Die etwas stärker oxidierten Fu’An Da Bai Cultivare sind aromatischer, voller, aber weniger elegant.

Beim Pai Mu Tan-Tee (White Peony) ist der Geschmack hingegen bereits deutlich intensiver und aromatischer. Die gröberen Blätter und der etwas höhere Grad der Oxidation machen sich sehr bemerkbar. In geschmacklicher Sicht muss dies aber nichts Negatives bedeuten. Im Gegenteil, viele Liebhaber des weißen Tees nutzen gerne das intensivere Aroma und erfreuen sich an den besten Qualitäten des Pai Mu Tan. Für kostenbewusste Teeliebhaber bieten sich auch noch die deutlich weniger feineren und weniger harmonischen, aber immer noch – eine gute Qualität vorausgesetzt – wohl schmeckenden Sorten Shou Mei und Gong Mei an. Diese weisen einen mittleren Oxidationsgrad mit entsprechender dunkler Verfärbung der Blätter auf.

Es existieren auch spezielle Varianten, wie z.B. der Snow Bud aus Berglage, die einen besonderen Geschmack und Wirkung besitzen.

Silbernadel Tee (Silver Needle) – der beste weiße Tee

Der Silbernadeltee (englisch: Silver Needle, chinesisch: 白毫银针, Pinyin: bái háo yin zhén) ist die Spitzensorte der weißen Tees und stammt ursprünglich aus der Region Fuding der Provinz Fujian. Von dort kommen heute noch die besten Qualitäten. Er zählt zu den besten 10 Tees Chinas. Silver-Needle-Tee wird aus den Cultivaren Da Bai, Da Hao und Fu’An Da Bai gewonnen. Sein Name erhält er aus den zahlreichen, weißsilbrigen feinen Härchen, die die Knospen umgeben. Für diesen außergewöhnlichen Tee werden nur die noch ungeöffneten Knospen im Frühjahr von Hand geerntet. Er wird möglichst nur sonnengetrocknet und ansonsten nicht bzw. kaum verarbeitet. Dadurch ist sein Geschmack extrem edel, sanft und mild. Über mehrerer Jahre gereifte Silbernadeltees erzielen höchste Preise und werden in China als hochwirksame Medizin für zahlreiche Krankheiten angesehen.

Silbernadeltee Knospen Fuding, Fujian

Silbernadeltee Knospen Fuding, Fujian

Silbernadeltee Knospen Yunnan

Silbernadeltee Knospen Yunnan

Pai Mu Tan Tee (White Peony) – der zweitbeste weiße Tee

Der Pai Mu Tan-Tee wird weiße Pfingstrose (englisch: White Peony, Pinyin: bái mǔdān chinesisch: 白牡丹) genannt und entstammt ursprünglich auch aus der chinesischen Provinz Fujian. Für seine besten Qualitäten werden die von der Ernte des Silbernadeltees übrig gelassenen Blattknospen sowie die beiden jüngsten Blätter gepflückt („Two leaves and a bud“). Bei den niedrigeren Pai Mu Tan-Qualitäten finden sich aber wenige Knospen und zarte Blätter, während der Anteil der gröberen Blätter steigt.

Entsprechend ist der Geschmack von Pai Mu Tans deutlich intensiver und aromatischer und seine Aufguss-Farbe etwas dunkler als beim Silbernadeltee. Seine Qualität gilt geschmacklich als am Zweitbesten, variiert aber stark je nach Gradierung und Herkunft. Die minderen Qualitäten von Pai Mu Tan sind mit den gehobenen Pai Mu Tans oder gar mit den Silbernadeltees kaum mehr zu vergleichen.

Die Pfingstrose gilt in China als Symbol für den Frühling oder auch für eine schöne Frau. In gesundheitlicher Sicht ist der Silbernadel-Tee dem Pai Mu Tan Tee deutlich vorzuziehen. Beste Pai Mu-Tan-Qualitäten besitzen aber durchaus noch einen gesundheitlichen Wert und vor allem einen sehr aromatischen Geschmack. Sie sind aber guten grünen Tees (vor allem dem gedämpften japanischen Sencha und Gyokuro) in ihrer Wirkung ebenfalls weit unterlegen.

Pai-Mu-Tan-Tee, Fuding, Fujian

Pai-Mu-Tan-Tee, Fuding, Fujian


Gong Mei Tee (Tribute Eyebrow)

Der Gong Mei genannte weiße Tee (englisch: Tribute Eyebrow, Pinyin: gòng méi,

chinesisch: 贡茶眉, Tribut-Augenbrauentee) stellt die dritte Qualitätskategorie des weißen Tees dar. Für ihn werden nicht selten Blätter der kleinen Xiao Bai-Teebäume anstelle der Da Bai- oder Da Hao-Teesträucher verwendet. Gong Mei-Tee findet sich in den letzten Jahren immer weniger im Markt. Teefarmen und Teehändler aus Fujian berichten, dass diese Sorte nur noch wenig angebaut wird und anstelle die Sorte Shou Mei weiter verbreitet ist.

Gong-Mei-Tee

Gong-Mei-Tee


Shou Mei Tee (Long Life Eyebrow, Noble)

Der Shou Mei Tee (englisch: Long Life Eyebrow Tea, oder auch Noble, Pinyin: shòu méi, chinesisch: 寿眉, Langes Leben Augenbrauen-Tee) ist ein weißer Tee aus den chinesischen Provinzen Fujian und Guangxi. Er wird zur vierten Qualitätskategorie gezählt. Für diesen weißen Tee werden nur die ältere, gröberen Blätter verwendet, die für den Silbernadeltee und Pai Mu Tan nicht in Frage kommen. Er ist in der Farbe meist dunkler (oxidierter) und sein Geschmack ist relativ fruchtig und blumig. Der Noble entwickelt starke Aromen, die dem der Oolong-Tees durchaus ähnlich sind.

Shou-Mei-Tee

Shou-Mei-Tee


Snow Bud Tee (Xue Ya)

Ein weiterer chinesischer Tee, der außerhalb der oben genannten vier Qualitätskategorien läuft, ist der sehr limitierte Snow Bud Tee (Pinyin: xuě yá, chinesisch: 雪芽). Der Xue Ya gilt als Vorläufer der weißen Tees aus Fuding und wird entsprechend seines Namens in höherer Lage gefunden. Am Markt existieren unterschiedlichste Tees mit der Bezeichnung Snow Bud. Teilweise ähneln sie den Silbernadeltees, teilweise mehr dem Pai Mu Tan oder Shou Mei. Der Snow Bud ist streng genommen eher ein grüner, als ein weißer Tee, da die Oxidation bei ihm in der Regel durch eine Erhitzung gestoppt wird. Er besitzt in der Regel etwas Charakter von allen drei Tees, dem grünen, gelben und weißen Tee, so dass eine Zuordnung schwierig erscheint. Gute Bergqualitäten aus Fuding weisen äußerst interessante spezielle gesundheitliche Wirkungen und einen harmonischen Geschmack auf.

Snow-bud-Tee-Knospen

Snow-bud-Tee-Knospen


Sonstige Weiße Teesorten aus China

Neben den oben genannten Sorten existieren auch andere Weiße Tees aus China, die teilweise nach Ihrer Herkunftsregion und teilweise nach Ihrer Mischung mit anderen Inhaltsstoffen benannt werden. Beliebt ist zum Beispiel das Vermischen mit Früchten, die dem Tee etwas mehr Süße und Geschmack geben sollen.

Weißer Tee von außerhalb Chinas

Neben China stellen auch eine ganze Reihe anderer Länder weißen Tee – wenn auch in deutlich geringerer Qualität – her. Dabei handelt es sich insbesondere um Sri Lanka, Indien, Afrika, Taiwan, Nordthailand und in geringen Mengen auch Japan.

Weißer Ceylon

Weißer Tee, der in Sri Lanka angebaut wird. Sein Geschmack ist typischerweise weniger elegant, erinnert leicht an Honig und Pinien. Der Aufguss zeigt eine etwas dunklere, goldene bzw. kupferne Farbe.

Weisser-Ceylon-Tee

Weisser-Ceylon-Tee


Weißer Darjeeling (Darjeeling White)

Der weiße Darjeeling (englisch: Darjeeling White) wird in der gleichnamigen Region Indiens hergestellt. Darjeeling darf klimatisch und bodenbedingt mit Sicherheit als eine der oder sogar als die beste Teeregion der Welt bezeichnet werden. Für den weißen Tee bringt die Provinz Fujian in China aber die besseren Ergebnisse. Der weiße Darjeeling ist trotzdem nicht zu verachten. Er bringt einen leicht süßen Geschmack hervor, die Aufgussfarbe ist leicht golden.

Weisser-Darjeeling-Tee

Weisser-Darjeeling-Tee


Weißer Assam

In der indischen Assam-Region wird ein relativ starker, süßer weißer Tee produziert. Seine gesundheitliche Wirkung ist nicht sehr empfehlenswert.

Weißer Tee aus Afrika – Kenia und Malawi

Vor allem in Kenia und Malawi wird in sehr geringen Mengen auch weißer Tee angebaut. Dieser wird nach der oben beschriebenen Silbernadel-Art (Yinzhen) hergestellt. Geschmacklich ist der afrikanische Tee sehr attraktiv und reichhaltig. Gesundheitlich ist er ebenfalls interessant, wenn auch etwas weniger harmonisch, als der chinesische Silver Needle aus Fujian. Bei Tee aus Afrika sollte man sehr auf eventuelle Pestizid- und Herbizid-Belastungen achten. In diesen Ländern werden teilweise sehr unbedacht und in großen Mengen Biozide ausgebracht. Es empfiehlt sich, für den entsprechenden Tee einen Labortest einzusehen. Allerdings sind manche Wirkstoffe nur im Einzelverfahren nachweisbar (z.B. das häufig eingesetzte Breitbandherbizid Glyphosat), so dass hier einzelne Tests erforderlich sind.




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