Silbernadel Tee (Yin Zhen)

Bai hao yin zhen 

Silbernadel Tee (Yin Zhen)

Silbernadel-Tee (Bai Hao Yin Zhen, Silver Needle) gilt als der edelste weiße Tee. Die besten Qualitäten des Silbernadeltees stammen aus Fuding, Fujian in China.

Besonderheit des Silbernadeltees

Der Silbernadel-Tee gilt seit jeher als die edelste und damit auch teuerste Sorte von weißem Tee. Die besten „Bai Hao Yin Zhen“ zählen zu den 10 Top-Tees Chinas, bzw. weltweit. Für diesen weißen Tee werden nur zarte, ungeöffnete Knospen im Frühjahr gepflückt. Bei keiner anderen Teesorte werden nur Knospen verwendet.

Diese werden von einer besonderen Teestrauch-Varietät der Camellia Sinensis-Teepflanze gewonnen. Es handelt sich bei den besten Qualitäten aus der südostchinesichen Provinz Fujian, um die beiden besten Cultivare „Fuding Da Bai“ und „Fuding Da Hao“ sowie auch um den Fu’An Da Bai

Wegen der besonderen Teevarietät, der Verwendung von zarten Knospen und einer nur minimalen Verarbeitung gerät der Silbernadeltee unvergleichlich elegant und zart im Geschmack, wie keine andere Teesorte. Seine Aufgußfarbe ist ebenso unvergleichlich klar und fast unscheinbar, je nach Lage und Tee von Jadegrün bis leichtes Hellgelb.

Bai Hao Yinzhen Premium Silbernadeltee

Bai Hao Yinzhen Premium Silbernadeltee

Silbernadel Aufguss

Aufguss

Bai Hao Yin Zhen – Silbernadel auf chinesisch

Der Silbernadeltee erhielt seinen Namen aufgrund der zahlreichen feinen, weißen bzw silbernen Haare auf den Knospen, die ihm einen wunderschönen silbrigen Anblick verleighen. Im Englischen wird er „Silver Needle Tea“ genannt. Silbernadeltee, der aus dem traditionellen Da Bai-Teestrauch, bzw. den besten Varietäten Da Bai und Da Hao gewonnen werden, nennt man im Chinesischen „白毫“ (Pinyin: bái háo yin zhēn, englisch: „White Hair Silver Needle“ oder teilweise auch „White Fuzz Silver Needle“). Direkt übersetzt bedeutet白bái: weiß, 毫 háo: feines Haar und yin zhēn: Silbernadel.

Silbernadeltee Knospen Fuding, Fujian

Silbernadeltee Knospen Fuding, Fujian

Silberhärchen in Vergrößerung

Silberhärchen in Vergrößerung

Höchste Qualität und Wirkung aller weißer Tees

Silbernadel-Tee besitzt die höchste Qualität und allgemeine Wirkung aller weißer Tees. Von ihm werden lediglich weniger als 0,1% der gesamten Teeproduktions Chinas angebaut. Die gesundheitliche Wirkung des Silbernadeltees ist allgemein sehr wertvoll und für bestimmte Erkrankungen von herausragender Bedeutung. Dies gilt insbesondere für mehrere Jahre gereiften Silbernadeltee. Er wird in China für sehr hohe Preise gehandelt und traditionell auch als wirkungsvolle Medizin betrachtet.

Beste Anbauregionen und Sorten für Silbernadeltee

Der Silver Needle stammt ursprünglich aus der Region Fuding der chinesischen Provinz Fujian. Siehe dazu die Geschichte des weißen Tees. Sie ist seit jeher für die ganz besonderen Qualitäten von Silbernadel-Tee bekannt (Fuding Silbernadel). Ihr subtropisches Klima mit milden Wintern, hügelige Berge, viel Sonne, große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und die fruchtbaren Böden bilden eine ideale Voraussetzung für die anspruchsvolle Varietät „Da Bai“ des weißen Tees. Innerhalb Fudings gelten die Lagen um den Mount Taimu (900m) herum als besonders gut. Hier soll der Silbernadeltee sogar ursprünglich entdeckt worden sein. Die Taimu Silver Needle-Tees gelten entsprechend als die weltweit allerbeste Qualität.

Neben Fuding sind auch die Regionen Zhenghe, Jianyang und Songxi in Fujian zu erwähnen. Fuding im nordöstlichen Teil von Fujian ist aber mit Abstand der größte und beste Erzeuger. Zenghe ist traditionell als zweitbeste Region zu nennen, produziert aber nur relativ wenig Silbernadeltee und vorwiegend Pai Mu Tan Tee. Benachbarte chinesische Regionen bauen den Silver Needle ebenfalls in größeren Mengen an. Besonders zu erwähnen sind die aromatischen Qualitäten aus der südwestchinesischen Provinz Yunnan.

Nur Fuding und Zenghe bauen aber die besten Cultivare an.

Außerhalb Chinas wird Silbernadeltee auch in relativ geringen Mengen in Sri Lanka und Darjeeling (Indien) angebaut, jedoch werden hier etwas andere Teepflanzen-Varietäten verwendet bzw. leicht andere Ausprägungen hergestellt. Die Qualität reicht insgesamt nicht an die chinesischen Tees, auch wenn hier recht beachtliche Fortschritte erzielt wurden.

Silbernadel Tee Sorten

Silbernadel Tee Sorten


Vorsicht Fälschungen

Aufgrund der großen Preisunterschiede kommt es immer wieder vor, dass Silbernadeltees aus weniger guten Regionen dem Tee aus Fuding beigemischt, oder gar gänzlich falsch ausgezeichnet werden. Solche Fälschungen sind für den nicht Nicht-Teeprofi mitunter nur schwer erkennbar. In jedem Fall sollten Käufer ihren Silbernadeltee nur bei einem Händler des Vertrauens kaufen. Die Informationen auf der Verpackung sollten detailliert Auskunft über genaue Herkunft, Qualität, Pflückungsdatum und Teevarietät geben. Am besten kauft man den Tee von einem Händler, der ihn direkt von der Teefarm importiert, eine persönliche Beziehung pflegt und den Qualitätsanspruch des Erzeugers kennt.

Die Cultivare für weißen Tee

Authentischer Silbernadel-Tee stammt aus der Saat der Teebaumfamilie des sogenannten Da Bai (Da-bai cha-shu; bai = weiß). Man erkennt die Top-Qualitäten an der Verwendung ausschließlich der besten Blattknospen. Diese sind besonders hell, mit feinen weißen Haaren überzogen und federnd. In diesem Tee sollten nur Knospen und keine Blätter oder gar Stängel enthalten sein.

Bei gehobenen Teefarmen in Fuding, der besten Region für Silbernadel, kommen vornehmlich die beiden Varietäten (Cultivar) Fuding Da Bai und Fuding Da Hao zum Einsatz. Der Fuding Da Bai besitzt im Gegensatz zum Fuding Da Hao über kleinere Knospen und Blätter. Daher sind viele Teefarmen aus Ertragsgründen dazu übergegangen den Da Hao vermehrt anzubauen. Allerdings ergibt der kleinere und festere Fuding Da Bai einen etwas intensiveren Geschmack.

Fuding Da Bai Cultivar

Fuding Da Bai Cultivar

Fuding Da Hao Cultivar

Fuding Da Hao Cultivar

Handpflückung und Qualitätsunterschiede beim Silbernadel

Die besten Silbernadel-Tees werden mit besonderer Sorgfalt von Hand gepflückt. Dies ist für die Qualität von Silbernadeltee extrem wichtig, da die Knospen kaum weiter verarbeitet werden und naturbelassen bleiben. Selbst kleine Beschädigungen oder Risse an den Knospen setzen den Prozess der Oxidation ein und wandeln die Inhaltsstoffe um. Eine Maschinenpflückung ist zwar wesentlich kostengünstiger und schneller, aber bietet für den Anspruch von Silver Needle Tee keine akzeptable Qualität. Außerdem können per Handpflückung nur die besten Knospen ausgewählt werden.

Beim Silbernadel-Tee existieren wie bei allen anderen Teesorten auch sehr große Qualitätsunterschiede innerhalb seiner Gruppe. Man erkennt besten Silbernadel-Tee schon optisch am Grad der Unversehrtheit der reinen Knospen, an der durchgängig hellen schönen Farbe und dem silbrig weißen Flaum auf den Knospen.

Beste Qualitäten besitzen folgende äußerliche Merkmale:

  • Ausschließlich zarte, ungeöffnete Knospen,
  • Unversehrtheit der Knospen,
  • Keine anderen Pflanzenteile: Blätter oder gar Stiele,
  • Jadegrün mit silbriger feiner Behaarung,

Silbernadel (weißer Tee)

Silbernadel (weißer Tee)

…und entstehen durch die folgenden Faktoren:

  • von einer Qualitäts-Teefarm aus der Region Fuding oder Zheng He, Provinz Fujian, China,
  • nur beste, unversehrte, zarte Knospen der Cultivare Fuding Da Bai, Da Hao oder Fu’an Da Bai,
  • 100% sorten- und varietätsrein,
  • Handpflückung, Sonnentrocknung, nur niedrige Temperaturen bei der Innenraumtrocknung,
  • Geeignetes Wetter am Erntetag (Sonnentrocknung) und vor der Ernte (ausreichend Regen und Sonne),
  • traditionelle Verarbeitung (Trocknung auf Bambuskörben, kein Backen etc.).

Aufgegossene Teeknospen verraten viel über Qualität

Die aufgegossenen Knospen des Silbernadeltees verraten über die Qualität des Tees mehr als der noch nicht aufgebrühte Tee. Beim grünen Tee verhält sich dies hingegen eher umgekehrt. Im aufgebrühten Zustand zeigen die Knospen des weißen Tees deutlicher ihre Form, Unversehrtheit, Farbe und somit ihre Qualität. Weniger gute Qualitäten bleiben nicht hellgrün, sondern sind gelb oder gar leicht bräunlich. Nimmt man den Tee in die Hand sollte er sich dünn, sehr weich und elastisch anfühlen.

Knospen, Aufguss und aufgegossene Knospen von Silbernadeltee

Knospen, Aufguss und aufgegossene Knospen von Silbernadeltee

Farbe des Yin-Zhen-Aufgusses

Der Silbernadel-Tee zeigt eine sehr transparente, besonders klare und im Idealfall sehr schöne jadegrüne, Mandel- oder Apricot- bis hellgelbe Farbe im Aufguss.

Der elegante Silver-Needle-Geschmack

Bester Silbernadel-Tee besitzt einen besonders zarten, eleganten und leicht süßlichen Geschmack, ohne Adstringenz. Der Geschmack ist einzigartig und nur schwer zu beschreiben. Er erinnert an feinste Noten eines japanischen Gyokuros zusammen mit einem Hauch von Goji-Beeren und frischen Blumenblüten. Im Nachgeschmack verweilt die Süße noch relativ lange, zusammen mit einer frischen blumig grünen Note. Dies entspricht besonders den Silbernadeltees aus Fuding, Fujian. Die Tees aus Yunnan schmecken hingegen deutlich vollmundiger, etwas weniger elegant, aber dafür mit größerem Ausdruck.

Der Silbernadeltee besitzt einen sehr zugänglichen Geschmack und wird im Gegensatz zu den meisten Grünteesorten auch von Tee-Anfängern als sehr schmackhaft empfunden. 

Aufwendige Ernte des Silbernadel-Tees

Die Ernte wird im Frühling durchgeführt, solange die Knospen noch ungeöffnet sind und sich noch nicht zu Blättern entwickeln konnten. Meist findet die früheste Ernte an einem Tag bis zu einer Woche vor und nach dem Qingming-Fest statt (meist 4. oder 5. April).

Dabei ist das Wetter entscheidend für die Wahl des Tages. Es gilt den besten Zeitpunkt zu finden, damit die Knospen nicht zu wenig und nicht zu weit entwickelt sind. Außerdem darf es am Erntetag weder regnen, noch kalt sein. Die beste Erntezeit ist an einem sonnigen Tag morgens, wenn die Sonne bereits ein wenig Kraft entfaltet hat, um die Feuchtigkeit von den Blättern zu vertreiben.

Handpflücktechnik weißer Tee

Handpflücktechnik weißer Tee

Die zarten Knospen werden zusammen mit dem kleinen Stängel gepflückt, an dem sie wachsen. Diese werden erst nach Einbringung der Ernte in der Teefarm vorsichtig von Hand entfernt, um jeden Schaden zu vermeiden. Die behutsame Art der Pflückung führt dazu, dass selbst gute Pflücker nur etwa 500g Knospen pro Tag (!) ernten können. Aus dieser Menge entstehen schließlich nur 100g Silbernadel-Tee. 

Teeernte von Hand

Teeernte von Hand

Die besonderen Anforderungen an das Wetter, die langwierige Handpflückung nur zarter Knospen und der notwendige sorgfältigste Umgang mit diesen macht die Ernte der Silbernadel-Tees zu einem sehr aufwendigen und kostenintensiven Unterfangen. Es wundert also nicht, dass bester Silbernadel-Tee deutlich teurer ist, als minderwertigere Qualitäten an weißen Tee, wie Pai Mu Tan (White Peony) oder gar Gong Mei und Shou Mei. Für den Pai Mu Tan werden die vom Silbernadeltee übrig gelassenen Knospen und die jungen Blätter verwendet. Bei den anderen Sorten kommen nur die älteren, gröberen Blätter zum Einsatz.

Silver Needle ist der naturbelassenste aller Tees

Nach der Ernte werden die Silbernadeltees lediglich getrocknet und einem relativ kurzen Welkvorgang unterzogen. Idealerweise findet die Trocknung in der Sonne statt. Häufig werden aber auch Trocknungsmaschinen eingesetzt, vor allem bei schlechtem Wetter, oder bei schlechteren Qualitäten mit größerer Menge.

Im Vergleich zu allen anderen Teesorten ist die Verarbeitung des weißen Tees am kürzesten. Der Tee wird nur einer geringen nicht-enzymatischen Oxidation ausgesetzt und verbleibt insgesamt am naturbelassensten bzw. am wenigsten verarbeitet. Er wird nach dem Trocknungsprozess in der Regel noch warm luftdicht verpackt, so dass die Knospen die in der Verpackung enthaltene Luftfeuchtigkeit aufnehmen. Dadurch halten sich die Knospen in der Verpackung geschmeidiger und laufen nicht Gefahr zu brechen, was sehr negative Folgen für ihre Aroma- und Wirkstoffe hätte. Guter Silbernadeltee wird in der Verpackung nachreifen und sogar an Aroma gewinnen.

Zubereitung von Silbernadel-Tee

Je nach Qualität wird der Silbernadeltee unterschiedlich zubereitet. Die besten Tees können mit nur 70°C heißem Wasser übergossen werden. Mittlere Qualitäten werden mit 75°C und weniger gute Qualitäten mit 80°C zubereitet. Bei der Ziehzeit verhält es sich analog: Für die besten Tees reichen nur 3 Minuten Ziehdauer, während die mittleren Tees etwa 4 Minuten und die weniger guten Qualitäten etwa 5 Minuten ziehen sollten. Für eine Portion Tee sollten je nach Geschmack etwa 1 bis 2 sehr gehäufte Esslöffel Silbernadeltee für etwa 200 bis 300ml Wasser verwendet werden. An der Dosierung sollte man grundsätzlich nicht sparen.

Die beste Teekanne für die Zubereitung: Yixing

Traditionell wird der Silbernadeltee auf drei verschiedene Arten zubereitet. Häufig wird der Tee nur in ein hohes Glas gegeben, damit man die Knospen beim Auf- und Abbewegen und dem Bilden eines kleinen „Bambuswalds“ beobachten kann. Für feine Qualitäten in kleineren Mengen wird zudem gerne der Gaiwan (Zong), ein kleines Gefäß aus Porzellan, verwendet. Beide vorgenannte Methoden führen zu einem neutralen, nicht beeinflussten Geschmack und Aroma.

Durch die Nutzung einer Yixing Teekanne aus natürlichem, hochwertigem Ton, wird eine Geschmacksverbesserung erreicht. Der Tee gelingt deutlich ausdrucksvoller und aromatischer. Die Yixing Teekanne sollte idealerweise aus einem violetten „Zishi-Ton“ (Zini – Purple Zishi) bestehen. Dieser reagiert positiv mit dem Wasser sowie den Inhaltsstoffen der Teeblätter und verleiht dem Aufguss einen noch deutlich besseren Geschmack.

Zubereitung im Glas

Zubereitung im Glas

Gaiwan

Gaiwan

Yixing-Teekanne aus violettem Zishi-Ton

Yixing-Teekanne aus violettem Zishi-Ton

Aufbewahrung von Silbernadeltee

Luftdicht verschweißt in einer Originalverpackung kann man gute Qualitäten des Silbernadeltees bei ausreichend kühler Lagerung über Jahre lagern und reifen lassen. Er wird so an Qualität im Sinne eines völlig anderen Charakters gewinnen.

Nach dem Öffnen der Verpackung hält der für einige Monate seine Qualität, wenn er in einer geeigneten Teedose oder in einem luftgeschützten Beutel mit Zipper aufbewahrt wird. Der Tee sollte nie Licht, Gerüchen noch Wärme ausgesetzt und auch nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Beste Ereignisse erzielen japanische lackierte Teedosen aus besonders hartem Holz (z.B. Zelkove). Am allerbesten sind aber japanische Teedosen aus Kirschholzrinde. In ihnen hält der Tee lange und gewinnt in den ersten Wochen sogar noch ein gutes Stück an Geschmack und Wirkung. Man kauft solche edlen Stücke nur einmal – sie halten das ganze Leben und werden immer besser.

Japanische Teedose aus Kirscholzrinde

Japanische Teedose aus Kirscholzrinde


Gereifter Silbernadeltee

Er kann bei geeigneter Lagerung über viele Jahre altern und gewinnt dadurch eine andere Zusammensetzung der Wirkstoffe und im Geschmack. Solche Tees werden in China zu Höchstpreisen gehandelt und auch für medizinische Zwecke eingesetzt. Es empfiehlt sich, Silbernadeltee mit einem Reifealter von etwa 5 Jahren mit einer deutlich höheren Temperatur ziehen (etwa 90°C) und für etwa 10 Minuten ziehen zu lassen.




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