Namensgebung chinesischer Tees

Teenamen 

Namensgebung chinesischer Tees

Chinesische Tee erhalten ihre Namen in der Regel aus der vorangestellten Anbauregion und einer anschaulichen Beschreibung ihres Aussehens. Wichtige Begriffe im Überblick.

Chinesische Namen für Tee

Die Vielfalt der chinesischen Teesorten und ihrer Untersorten erscheint gerade dem gelegentlichen Teetrinker angesichts der exotischen Namensbezeichnungen teilweise recht unübersichtlich. Dabei folgen die meisten Bezeichnungen einem System, das im folgenden kurz erläutert werden soll. Setzt man sich mit dieser Struktur und den Begriffen auseinander, erschließen sich dem Teegenießer wichtige Informationen zu den einzelnen Tees. Hierzu zählen vor allem die Einordnung der Herkunftsregionen sowie die Beschreibung des Aussehens.

Anbauregionen und besondere Orte der Tees als erster Namensteil

Schaut man sich die chinesischen Namen genauer an, so findet man, dass die meisten Tees am Anfang ihrer Bezeichnung die Region bzw. Stadt oder einen berühmten Ort tragen (Berge, Klöster, Seen, Flüsse etc.), in der diese angebaut werden. Beispiele sind die Regionen Fuding, Zenghe, Anxi, Jinshan, Guilin, Ximen, oder auch die Berge Taimu, E Mai, Jinggang, Laoshan, Meng und Magu. Diese Namen werden auf Chinesisch in zwei Silben geschrieben, wie z.B. „lú shān“ für Lushan, oder „jìng shān“ für Jinshan. Teilweise werden die bekannten Wahrzeichen, insbesondere Berglagen, als besonderes Gütezeichen dem Namen der Region vorangestellt, wie z.B. Taimu (Taimu Gebirge) Fuding (Region). Beschäftigt sich man intensiver mit den einzelnen Teesorten, so werden diese wichtigen Regionen bald geläufiger. Denn für den Teekenner sind sie sehr wichtige Begriffe, da die Herkunftsregion für die Teesorten eines der wichtigsten Gütezeichen darstellt und auch eine deutliche Tendenz im Charakter des Tees verraten. Dies verhält sich sehr ähnlich wie bei den bekannten Lagen von Wein.

Anschauliche Beschreibung als zweiter Namenszusatz

Diese Ortsbezeichnung wird üblicherweise nun durch eine anschauliche Beschreibung des Aussehens des Tees ergänzt. Diese charakterisiert den Tee und wurde nicht selten zum feststehenden Begriff, wie z.B. Yinzhen (Silbernadel, der edelste weißer Tee aus Blattknospen, der wie silberne Nadeln aussieht). Dabei werden durchaus auch mehrere solcher Begriffe aneinandergereiht, um die unterschiedlichen Eigenschaften und Qualitäten hervorzuheben. So z.B. die edelste Sorte Silbernadel Tee: „bái háo yinzhēn“ (weiße, fein behaarte Silbernadel). Häufig benutzte Begriffe sind dabei:

bái

weiß

bi

blau

cuì

jadegrün / blaugrün

chūn

Frühling

fēng

Gipfel, Spitze (auch Maximum)

háo

feines Haar

hóu

Affe

huá

herausragend, China

huáng

gelb

jian

spitz, scharf

lóng

Drache

máo

Haar, Fell

mei

Rose

méi

Augenbraue

Jasmin

qīng

grün, türkis

shān

Berg

shòu

寿

langes Leben

shòu méi

寿眉

langes Leben Augenbrauen

Nebel, Dunst

xuě

Schnee

Knospe, Trieb, Sprössling

yin

silbern

Feder

yún

Wolke

zhēn

針 / 珍

Nadel / wertvoll

Weißer Tee – bái chá

Aus dieser Systematik heraus erklärt sich auch, wie der „weiße Tee“ zu seinem Namen kommt. Der „bái chá“ (白茶) wird in seiner edelsten Qualität vom Teestrauch Da Bai, bzw. dem Cultivar Fuding Da Hao, gewonnen. Dessen große, weiße Knospen sind mit zahlreichen feinen silbernen Haaren überzogen. Die höchste Qualität stammt aus der Region Fuding in der Provinz Fujian: fú dǐng bái háo yinzhēn (direkt übersetzt: weiße feinhaarige Silbernadeln aus Fuding). 

Silbernadeltee (weißer Tee) aus Fuding

Silbernadeltee (weißer Tee) aus Fuding

Beispiele für bekannte chinesische Teenamen

Aus dieser Kombination von Region und Beschreibung ergeben sich so poetische Namen sehr bekannter chinesischer Tees, wie z.B.:

ānxī tiěguānyīn

安溪铁观音

Eiserner Guanyin (auch:  Eiserne Göttin der Barmherzigkeit), Oolong-Tee

Anxi

Fujian

fú dǐng bái háo yinzhēn

福鼎白毫銀針

Weißer Silbernadeltee aus Fuding

Fuding

Fujian

huáng shān zhēn yǔ

黄山针羽

Nadelfedern vom Berg Huang (gelber Berg)

Huangshan

Anhui




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