Weißer Tee Anbau

Teepflanzen und Teefelder 

Weißer Tee Anbau

Teefelder, Lagen und Bedingungen für weißen Tee. Die besten Teefelder für weißen Tee befinden sich in der chinesischen Provinz Fujian (Fuding und Zenghe).

Teefelder, Lagen und Bedingungen für weißen Tee

Die besten Teefelder für weißen Tee befinden sich in der südost-chinesischen Provinz Fujian. Besonders berühmt ist dabei die Region Fuding. Hier finden sich ideale Bedingungen für die Kultivare der Camellia Sinensis für weißen Tee, die Teesträucher Da Bai (Silbernadeltee) und Da Hao (Pai Mu Tan / White Peony): subtropisches Klima mit deutlichen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht, hügelige bis bergige Teefelder in erhöhter Lage (einige Hundert Meter über Meereshöhe), eine gute Balance aus viel Regen, kühlem Nebel und viel Sonne sowie besonders fruchtbare Erde. In Fuding wurde Mitte des 19. Jahrhunderts auch die heutige Form des weißen Tees erschaffen. Die anderen bekannten Fujian-Regionen Zenghe und Jianyang sowie die Provinz Yunnan folgten erst Jahrzehnte später. In jüngster Zeit folgten auch Länder wie Indien (Darjeeling und Assam), Kenia und Sri Lanka. Sie reichen jedoch nicht an die Qualitäten aus Fujian heran. 

Teefelder im hügeligen und bergigen Fujian

Teefelder für weißen Tee im hügeligen und bergigen Fujian

Teefeld-Reihen

Die Teefelder werden traditionell in gut begehbaren Reihen angelegt, so dass Anbau und Ernte besser möglich sind. Dabei entstehen durch die hügelige Landschaft und das unterschiedliche Mikro-Klima verschiedene Zonen im Teegarten, die bei der Ernte Bereich für Bereich individuell berücksichtigt werden. 

Teefeldreihen: Weißer Tee in Fuding

Teefeldreihen: Weißer Tee in Fuding

Beschneiden der Teesträucher

Während in früheren Zeiten hohe, wildwachsende Teebäume für weißen Tee angebaut wurden, nutzt die moderne Anbautechnik heute mit wenigen Ausnahmen den Anbau bestimmter Teekultivare, die regelmäßig beschnitten werden.

Wildwachsender Teebaum in China

Wildwachsender Teebaum in China

Junge Teepflanzen wachsen deutlich schneller als ältere Sträucher. Nach etwa 8 bis 10 Jahren werden die Teesträucher deutlich zurückgeschnitten, damit sie regenerieren und neue Kraft entfalten. Dieser Basis-Rückschnitt wird rigoros auf eine Pflanzenhöhe von etwa 25-30cm vorgenommen. Ohne Schnitt könnten der Fuding Da Hao beispielsweise etwa 2,80m hoch werden. Danach wird den Pflanzen eine Ruhephase von einem Jahr gegönnt. Alle 3 bis 5 Jahre hingegen erfolgt ein mittlerer Beschnitt, bei dem nur die größeren Zweige geschnitten werden. Darüber hinaus werden die Teepflanzen jeden Herbst nach der Erntesaison leicht beschnitten. Hier werden nur die gröberen Zweige an der Spitze des Teestrauchs zurückgeschnitten, um eine flache „Erntetafel“ für das nächste Frühjahr vorzubereiten. 

Silbernadel-Teefeld in Fuding nach dem großen Rückschnitt

Silbernadel-Teefeld in Fuding nach dem großen Rückschnitt

Bio-Anbau von weißem Tee

Der Bio-Anbau von weißem Tee, ohne Verwendung von Pestiziden, Fungiziden und synthetischem Dünger, ist allgemein noch nicht sehr weit verbreitet. Zum einen stehen die Teefarmen unter großem internationalem Preisdruck und müssen hohe Erträge erzielen. Dies gelingt natürlich besser, wenn die Teepflanzen im Jahr häufiger geerntet werden. Dazu bedarf es aber einer zusätzlichen Düngung. Zum anderen fordern die internationalen Abnehmermärkte aber nun zunehmend Bio-Qualitäten zu bezahlbaren Preisen. Und dies geht – wie viele Teekenner beklagen – zu Lasten der Teequalität. Nichtsdestotrotz ist der aufsteigende Bio-Anbau in Ländern wie China, Kenia und Sri Lanka sehr zu begrüssen und zu hoffen, dass damit ein ökologischer Bewusstseinswandel bestärkt wird, der trotz der schwierigeren Produktivitätsbedingungen auch ein Bewusstsein für Qualität schafft. Dies ist aber nur zu ermöglichen, wenn die westlichen Verbraucher bereit sind, angemessene Preise für Bio-Tee zu bezahlen. Letztlich geht dem aber voraus, dass die Teekonsumenten verstehen, bzw. darüber informiert sind, wie extrem unterschiedlich die Qualität in Geschmack und Wirkung innerhalb einer Teesorte sein können.

Insektenschutz ohne Pestizide in Fujian

Insektenschutz ohne Pestizide in Fujian

Biologische Schutzhecken am Rande von Teefeldern in Fujian

Schutzhecken am Rande von Teefeldern in Fujian

Erntezeit und Erntewetter für weißen Tee

Weiße Tees werden nur im Frühling zwischen Mitte März und bis in den ganzen April hinein geerntet. Die Pflückung wird nur an sonnigen Tagen, möglichst morgens vorgenommen. Die Sonne soll die Feuchtigkeit auf den Pflanzen bereits deutlich reduziert haben. Frühmorgens verfügen die Pflanzen noch über die größte Menge an Aminosäuren (L-Theanin), was besonders für den zarten Geschmack verantwortlich ist. Idealerweise wechselt das Wetter im Frühjahr von ein oder zwei Tagen Frühlingsregen zu mehreren Tagen Sonne. Dies regt die Photosynthese besonders an und führt zu einem schönem Wachstum der Teeknospen. Das Ernten von weißem Tee guter Qualität geschieht hauptsächlich noch in reiner Handarbeit. Dies ermöglicht das vorsichtige Pflücken der zarten Knospen und Blätter ohne Beschädigung.  Jede selbst leichte Verletzung der Teeknospen würde unweigerlich zur unerwünschten Oxidation und damit zu einem Qualitätsverlust führen. Mit der Ernte beginnt der nur eintägige Herstellungsprozeß von weißem Tee.

Feld von weißem Tee an sonnigem Frühlingsmorgen vor der Ernte

Feld von weißem Tee an sonnigem Frühlingsmorgen vor der Ernte

Handpflückung von weißem Tee in Fujian

Handpflückung von weißem Tee in Fujian




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